Forschungsthemen

Office Analytics

Erfolgreich arbeiten durch systematische Individualisierung

Berücksichtigt man konsequent die individuellen Anforderungen von Mitarbeitern und Teams, so steigert dies deutlich deren Leistungsfähigkeit, Motivation und Innovationskraft. Die Aufgabe besteht also darin, Modelle zu entwickeln, die diese Individualität systematisch und effizient managen. Auf Basis fortlaufender empirischer Untersuchungen werden die Anforderungen unterschiedlicher Typen von Büro- und Wissensarbeitern ermittelt, beispielsweise anhand des Aufgabenprofils, des Mobilitätsverhaltens oder ihrer zeitlichen und räumlichen Autonomie sowie den genutzten Technologien. Ziel ist die Identifikation von typspezifischen Erfolgsvoraussetzungen und die darauf basierende Entwicklung von organisatorischen, räumlichen und technologischen Arbeitsumfeldern, in denen Leistung und Innovationskraft von Individuen und Teams gesteigert werden. Dieser neuartige, typbezogene Forschungs- und Gestaltungsansatz ermöglicht durch die systematische Individualisierung die Erschließung neuer, hoher Optimierungspotenziale in der Gestaltung von Büro- und Wissensarbeit. Ziel dieses Schwerpunktthemas ist die Entwicklung von modellhaften, praxisnahen Gestaltungsvorschlägen für unterschiedliche Arbeitstypen, Branchen und Kulturen.

Smart Working Cultures

Das optimale Maß an Autonomie bestimme

Flexible Arbeitsweisen stehen in der Diskussion. Einerseits setzen immer mehr Unternehmen auf mehr Flexibilität um eine verbesserte Work-Life-Integration ihrer Mitarbeiter zu unterstützen, andererseits kündigten einige Unternehmen zuletzt an, wieder zu einer Präsenzkultur zurückzukehren. Die essenzielle Frage für Unternehmen ist dabei, wie produktiv sind Mitarbeiter abseits ihres Büros? Ist zu viel Freiraum und Selbstbestimmung kontraproduktiv und wirkt sich negativ auf die Identifikation mit dem Unternehmen aus? Wie viel Abwesenheit verträgt welche Unternehmenskultur und wie viel die persönliche Karriere? Welche unterschiedlichen Ausprägungen von flexiblen Arbeitskulturen existieren zwischen Branchen und auch im internationalen Vergleich. Nicht nur für multinationale Unternehmen, sondern auch für regional tätige Unternehmen stellt sich die Frage nach dem Optimum an räumlicher und zeitlicher Autonomie, einer wirklich smarten Arbeitskultur um private und organisatorische Interessen erfolgreich miteinander zu vereinbaren. Ziel dieses Forschungsthemas ist es, auf Basis der oben beschriebenen Office-Analytics-Methode typ- und branchenspezifische Handlungsleitfäden für eine Smart-Working-Kultur zu entwickeln.

Corporate Coworking

Inspiration und Kreativität maximieren

Das Coworking-Phänomen ist in aller Munde. Allerdings handelt es sich bisher um eine neuartige Form der Organisation von Arbeit und Zusammenarbeit, die in der Regel von Selbstständigen der Kreativ- und der IT-Branche genutzt wird. In der vergangenen Forschungsphase haben wir diese Entwicklung explorativ untersucht und konnten zahlreiche Potenziale für »klassische« mittlere und große Unternehmen und deren Mitarbeiter identifizieren. Diese liegen neben einer Optimierung der Integration von Arbeit und Freizeit vor allem in der Inspirationskraft, dem informellen Lernen und darin, die Kreativität von Mitarbeitern, Teams und Teilen von Organisationen zu steigern. Einige Corporate versuchen bereits, wenn auch noch in sehr eingeschränkten Umfang, die Spezifika auf sich selbst anzuwenden oder Kooperationen einzugehen. Aufbauend auf unseren bereits bestehenden Ergebnissen und einer empirischen Untersuchung im Bereich der mittleren und kleinen Unternehmen werden wir in diesem Schwerpunktthema die Fragen beantworten, in welcher Hinsicht Unternehmen durch die Nutzung von Coworking-Spaces profitieren? Inwieweit werden Flexibilität, Kreativität und Innovationsfähigkeit beeinflusst? Existieren möglicherweise auch Risiken? Darauf aufbauen werden wir konkrete Modelle für ein »Corporate Coworking« entwickeln und planen dies gemeinsam mit unseren Forschungspartnern im Unternehmensalltag zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

Digital and Social Working

Flexible Arbeitsweisen technologisch unterstütze

Moderne Wissensarbeit zeichnet sich durch einen intensiven Einsatz von IKT sowie durch eine kommunikations- und interaktionsbasierte (sozial vernetzte) Arbeitsweise aus. Hierfür muss die Arbeitsinfrastruktur in der Lage sein, alle relevanten Arbeitsprozesse überall und jederzeit zu unterstützen. Neben den individuellen Arbeitstätigkeiten gilt es auch gruppenspezifische Tätigkeiten wie Meetings, Multiprojektmanagement oder Abstimmungsprozesse zu ermöglichen. Parallel zu diesem technologischen Upgrade müssen Organisationen lernen, mit dieser neuen, sozial vernetzten Arbeitsweise umzugehen. Im Mittelpunkt dieses Forschungsthemas stehen die Fragen nach erfolgreichen Strategien und nach Produktivitätspotenzialen. Dabei sollen in einer Literaturstudie die wesentlichen Voraussetzungen und Hemmnisse einer »digital and social working« Organisation untersucht werden. Begleitend dazu sollen Konzepte für Büroinfrastruktur entwickelt und prototypisch realisiert werden, die sowohl individuelle als auch gruppenspezifische Arbeitsprozesse in dieser Hinsicht unterstützen.

Office Design

Wirkung von Formen, Farben und Materialien nutzen

Die Wirkung von Formen, Farben und Materialien auf den Menschen ist unbestritten. Das zeigen auch unsere empirischen Untersuchungen aus der vergangenen Forschungsphase. Allerdings gibt es bisher nur wenige wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse darüber wie genau und wie stark diese Elemente der räumlichen Umgebung auf den arbeitenden Menschen wirken. Tragen diese nur zur Stimmung bei, fördern sie das Wohlbefinden, können sie wirklich Kreativität fördern oder auch verhindern? Mit diesem Schwerpunkthema wollen wir uns nach einer umfassenden Literaturrecherche mit den stärksten Wirkungszusammenhängen im Rahmen einer Laborstudie beschäftigen. Ziel ist es, Entscheidern und Gestaltern einen fundierten Handlungsleitfaden in die Hand zu geben. Dieser Leitfaden soll neben der Individualität der genannten Zielgruppe auch die wechselnden Anforderungen, die sich aus der jeweiligen Tätigkeit ergeben, berücksichtigen.

Office Lighting

Leistung und Wohlbefinden gezielt steuern

Im Büro nehmen wir jeden Tag eine enorme Menge unterschiedlicher optischer Reize wahr. Dabei spielt das richtige Licht eine zentrale Rolle. Auch die Wirkung von Licht in Bezug auf Sehleistung oder Wohlbefinden ist weithin bekannt. Doch inwieweit spielen dabei Tätigkeiten, unterschiedliche Raum- und Arbeitsumgebungen, Gewohnheiten oder individuelle Aspekte eine Rolle? Welche Kriterien, Gütemerkmale und Kennwerte kennzeichnen unter welchen Umständen ein ideales Beleuchtungskonzept? Was können LEDs leisten und was kommt danach? Im Rahmen einer Metastudie sollen hierzu wesentliche Erkenntnisse und Studien zusammengestellt, unterschiedliche Beleuchtungskonzepte und Best-Practice-Beispiele auf ihre Wirkungspotenziale hin analysiert, anwendungsnahe Handlungsoptionen abgeleitet sowie zukünftige Entwicklungen und Lösungsideen aufgezeigt werden.

Future Office Typologies

Investitionssichere Büro

Neue Formen der Arbeitsorganisation, veränderte Verhaltensmuster und neuartige Kommunikations- und Medientechnologien führen zu einer Verschiebung der funktionalen, qualitativen und auch emotionalen Anforderungen an Büroflächen und -gebäude. Sind es wirklich die offenen, tiefen Räume mit ihrem Nimbus der Flexibilität, die Entwicklern, Fonds und Eigennutzern Investitionssicherheit über den langen Lebenszyklus einer Büroimmobilie verheißen? Wie müssen sich räumliche Angebote und Strukturen zum Beispiel infolge zunehmenden Spracheintrags, großformatiger Displayflächen oder die veränderte Rolle des Büros als temporärer Kommunikationsknotenpunkt verändern? Bewegen wir uns zurück in die Zelle oder entstehen völlig neuartige Bürotypologien? Auf Basis unserer Studien zur Entwicklung der Büro- und Wissensarbeit werden wir neuartige, zukunftssichere räumliche Büroraum- und Gebäudetypologien vorausdenken und unter Berücksichtigung gebäudetechnischer, architektonischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen diese hinsichtlich ihrer Zukunftssicherheit evaluieren. Dabei liegt unser Fokus sowohl auf dem Neubau als auch auf der Übertragung der identifizierten Erfolgsprinzipien auf die Revitalisierung des typischen Gebäudebestands.